Melvil oder Das verfügbare Gedächtnis

Melvil Given entwickelt als Leiter einer Forschungsabteilung in Chicago digitale Technologien zur Übermittlung von Informationen. Daneben hat er ein eher ungewöhnliches Hobby – in seiner Freizeit erforscht Melvil die Wirkung von Farbe erzeugenden
Halluzinationszigaretten.

Während seiner Versuche mit den Zigaretten in den Wäldern Kanadas verliert Given zunehmend die Kontrolle: Die Farben seines Fernsehers verblassen, die Aussagen in den TV-Sendern beginnen sich zu wiederholen, die Bilder verschwinden. Irgendwann, inmitten von Fernsehgeräten und Fernbedienungen in seinem Wohnzimmer am Boden liegend, hat Given zwar nicht sein Leben, aber sich selbst verloren.

Echt oder fake? Gegenwärtig oder vergangen? Wer kontrolliert die Geräte, wer kontrolliert das Spiel?
Der Roman markiert die Schwelle vom analogen zum digitalen Zeitalter, als das World Wide Web eine
bessere Zukunft voller Annehmlichkeiten verhieß.

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Ein digitales Rauschen

»Melvil oder Das verfügbare Gedächtnis erzählt über die Schnittstelle von analog und digital hinweg, macht diese Schnittstelle sichtbar und verwedelt sie zugleich wieder, weil die Sichtbarkeit bloss eine Behauptung ist – aufgeladen mit allen Formen des Diffusen, Verfliessenden, Ungreifbaren. Aus Gegensätzen entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der Paranoia und Rationalität, Rausch und Klarheit, Fortschritt und Verlust, Gerücht und Information einander überlagern. Gerade in Zeiten von Corona muss uns diese Überlagerung irgendwie bekannt vorkommen. Laufend schärfen wir die Sinne für das Unscharfe – auch davon handelt dieses so überraschende wie stimmige und kluge Buch.«

»Ein digitales Rauschen«. Rezension von Beat Mazenauer in Viceversa-Literatur

 

Alles so schön bunt hier

»Melvil Given pflegt neben seinen beruflichen Aktivitäten ein ungewöhnliches Hobby – in seiner Freizeit erforscht Melvil die Wirkung von Farbe erzeugenden Halluzinationszigaretten. Ein riesiger Wald in Kanada muss dem Glimmstängel, der den schönen Namen »Very Dream Gold« tragen soll, geopfert werden. Und nicht nur der Wald muss dran glauben, sondern auch mindestens ein Zigarettentester. Aber auch das kriegt der schwer gebeutelte Melvil nicht so richtig mit, denn seine Freundin verlässt ihn. Die Farben seines Fernsehers verblassen, auf dem Bildschirm erscheinen nur noch schwarzweiße Striche.
Melvils Weg ins Verderben zu verfolgen, macht gewaltigen Spaß. Der ahnt natürlich, dass es da irgendeinen Zusammenhang mit seinen Geschäften gibt, aber ob er den wirklich durchschaut, zeigt sich erst am Schluss dieser überschäumenden Satire aus der ungeahnte Möglichkeiten bietenden IT-Welt.«

»Alles so schön bunt hier«. Rezension von Gabriele Haefs in Jungle World

 

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